7. 9. 2010

Juni 3, 2010 von CR  

Abgelegt unter Know-how

Lean Forward: Video im Internet

Dass Online-Video ein heißes Thema ist, dafür sprechen unter anderem die 40 PR-Profis, die am 20. Mai zum PRofi-Treff „Produktion und Verbreitung von Videos für und im Internet“ geströmt waren. Die Veranstaltung erwies sich dann als weitaus packender und unterhaltsamer, als der etwas sperrige Titel hatte vermuten lassen.

Dass Video im Internet keineswegs nur Zeitvertreib für affine Zielgruppen (“Geeks & Nerds”), sondern auch ein ernst zu nehmender Bestandteil von Unternehmenskommunikation – oder wenigstens auf dem besten Weg dazu – ist, belegt eine gemeinsame Studie von Wirtschaftskammer und Cisco.

Positiv gestimmt

Martin Wolfram, newsonvideo

Martin Wolfram, newsonvideo

Demnach seien, so Vortragender Martin Wolfram, PrivatTV-Pionier (bei ATV, ProSieben etc.) und Videoproduzent, rund 71% der 1000 befragten Unternehmer überzeugt, von verstärktem Videoeinsatz profitieren zu können; 68% sehen Vorteile für Werbung, Marketing und PR; fast ebenso viele (67%) können sich erfolgversprechende Anwendung in der Aus- und Weiterbildung vorstellen und immerhin noch mehr als 50% erhoffen sich verkaufsunterstützende Wirkung von Videos.

Was den Videoeinsatz spezifisch beeinflusst, ist der Umstand, dass im Gegensatz zu den herkömmlichen Distributionsformen (in erster Linie Broadcast-Medien) im Internet keine Zeitsegmente in definierten Kanälen gebucht werden können, um die Stakeholder zu erreichen. Im Video-Konsumverhalten sind seit einiger Zeit nämlich Plattformen wie YouTube, vimeo, Sevenload und noch gut 300 andere social networks mehr oder weniger gleichberechtigt – und von der quantitativen Mediennutzung (gemessen in “Video-Minuten/Tag”) zumindest äquivalent – den etablierten Kanälen der TV-Stationen an die Seite getreten.

Virale Verbreitung


Dort gelten allerdings andere Regeln für den Erfolg. Sind es beim “lean-back” Medium TV die Sendeplätze die für Verbreitung (“eyeballs”) sorgen, hängt es bei den Online-Plattformen von der Viralität des Video-Materials ab, ob es Verbreitung findet. Trifft ein Clip in Inhalt und Machart den Nerv der Stakeholder – z.B. “weil es Humor hat, authentisch ist, eine Aufforderung enthält, eine Belohnung verspricht, sexy ist usw.” so Lena Doppel, Universitäts-Assistentin für Medientechnologien –, kann sich ein Video in sehr kurzer Zeit in einer sehr großen Gruppe von Stakeholdern verbreiten, eben wie ein Virus.

Gefragt sind also nicht unbedingt aufwändige Produktionen, sondern Kreativität, ein markanter Standpunkt oder Blickwinkel, ein originäres und/oder originelles Anliegen, eine ungewöhnliche Umsetzung. Das ideale “Spielfeld” für PR-Profis, oder?

Zur Präsentation mit einigen Beispielen viraler Videos.

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