Journalismus und das Social Web – die Fakten
Dass Social Media die Welt der Kommunikation unwiderruflich verändern, zwitschert (und twittert) es von allen Dächern. Dass auch die Medien und der Journalismus davon nicht verschont werden, liegt auf der Hand. Wenn es aber um verlässliche Fakten geht, war man bisher in Österreich auf einen spärlichen Fundus angewiesen.
Die Studie “Journalismus & Social Media”, von der PR- und Lobbying-Agentur ikp in Kooperation mit “Der Österreichische Journalist” durchgeführt und Ende Jänner im Rahmen es PRofi-Treffs präsentiert, schließt nun eine Reihe von Informationslücken. Basierend auf einem Netto-Sample von 545 Umfrage-TeilnehmerInnen (JournalistInnen und PR-ExpterInnen) liefert die Untersuchung Antworten auf Fragen nach der Breite, Intensität, Häufigkeit und Art der Nutzung von Social-Media-Plattformen. Abgefragt wurden auch die Meinungen zu den beruflichen Vorteilen, Chancen und Risiken und die Einschätzung des künftigen Einflusses von Social Media auf die Praxis.
Überdurchschnittliche Nutzung
Kernergebnisse der Studie sind unter anderem, dass sowohl JournalistInnen als auch KommunikationsexpertInnen in Österreich die Social-Media-Plattformen wie Xing, Facebook, Twitter oder YouTube überdurchschnittlich nutzen. 8 von 10 Befragten verfügen bei wenigstens einer dieser Plattformen einen Account. Der Vergleichswert der Internetnutzer gesamt liegt dagegen gerade einmal bei 32%. Besonders beliebt ist Facebook (79%), gerfolgt von Xing (69%); der Microblogging-Dienst Twitter ist dagegen erst bei 30% “angekommen”.
Auch in der Nutzungshäufigkeit stellt Facebook den Spitzenreiter dar: 53% nutzen ihren Account täglich, während die Xing-User dies nur zu 10% tun. Das Business-Network Xing wird dafür zum überwiegenden Teil (47%) rein beruflich genutzt – in dieser Hinsicht nur von LinkedIn übertroffen, das in Österreich aber kaum Nutzer hat. Bei Facebook und Youtube oszillieren die Nutzungsarten zwischen privat und beruflich.
Netzwerk-Pflege
Bei der beruflichen Verwendung von Social-Network-Accounts steht die Pflege und der Ausbau des eigenen Netzwerkes im Vordergrund, gefolgt von Recherche und Themen-/Ideenfindung. Logischerweise werden daher auch die Möglichkeiten zur einfachen und effizienten Kontaktpflege zu den vorrangigen Vorteilen von Social Media gezählt. Nur ein “harter Kern” von 5% kann überhaupt keine Vorteile in webbasierten Netzwerken sehen; diesem steht allerdings eine 4% große Gruppe gegenüber, die keine Nachteile erkennen kann. Die Mehrzahl der Befragten orten allerdings durchaus Risiken, etwa im möglichen Datenmissbrauch, in der “totalen Transparenz”, unzulänglichen Datenschutz und in unzuverlässigen Informationsquellen.
In der Auswirkung von Social Media auf die berufliche Praxis werden neben dem effizienteren Networking v.a. die Beschleunigung der Arbeitsabläufe und eine Steigerung des Arbeitsvolumens genannt.
Eine Fülle weiterer Analyseergebnisse bietet der Bericht, der als PDF heruntergeladen werden kann.


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